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Das sind die teuersten und günstigsten Städte Deutschlands

Die Lebenshaltungskosten sind in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch recht niedrig. Die Preise für Lebensmittel, Unterkunft, Kleidung und Transport liegen im EU-Durchschnitt. Um in Deutschland gerade so über die Runden zu kommen, benötigt man etwa 850 Euro monatlich, der …

So würde ein Atomkonflikt mit Nordkorea aussehen

Es mutet eigenartig an, dass Nordkorea so viel Ärger macht, schließlich ist es keine Supermacht. Seine Wirtschaftsleistung beträgt nur ein Fünfzigstel der seines demokratischen Vetters Südkorea. Amerikaner geben jährlich zweimal die Summe des nordkoreanischen Bruttosozialproduktes für ihre Haustiere aus. Trotzdem …

Kürzliche Posts



Das sind die teuersten und günstigsten Städte Deutschlands

Die Lebenshaltungskosten sind in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch recht niedrig. Die Preise für Lebensmittel, Unterkunft, Kleidung und Transport liegen im EU-Durchschnitt. Um in Deutschland gerade so über die Runden zu kommen, benötigt man etwa 850 Euro monatlich, der größte Teil davon wird für die Miete fällig. Die Preise für die Miete einer Wohnung in Deutschland variieren jedoch sehr stark und sind in großen Städten wie München, Frankfurt oder Hamburg deutlich höher als in Kleinstädten oder in ländlichen Gebieten.
Die meisten Deutschen leben zur Miete und nur verhältnismäßig wenige entschließen sich dazu, eine eigene Immobilie zu erwerben. So sind z.B. nur ein Zehntel der Einwohner Berlins Eigentümer ihrer Wohnung.
Insgesamt betrachtet sind nur 45% der Deutschen Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses. Die Menschen in Deutschland wohnen also immer noch gerne zur Miete, da das Gesetz Mieter relativ gut schützt und ihnen viele Rechte zugesteht.
Eigentümer sind zum Beispiel nicht einfach dazu berechtigt, Mietern die Wohnung zu kündigen und dass jemand wegen einer Unstimmigkeit dazu gezwungen wird, seine Wohnung aufzugeben, ist in Deutschland ebenfalls unbekannt. Im Gegenteil, Mieter beschweren sich gerne über Kleinigkeiten beim Vermieter und fordern die Reparatur einer knarrenden Eingangtür oder des tropfenden Wasserhahns. Mietkautionen werden ebenfalls fast immer zurückgezahlt und in manchen Fällen sieht der Mietvertrag vor, dass der Vermieter die Wohnung auf eigene Kosten alle paar Jahre verschönert und die Farben an den Wänden auffrischt.

Wo bezahlt man in Deutschland am meisten Miete? Eine neue Studie beschäftigt sich genau mit diesem Thema und stellt die 10 deutschen Städte vor, in denen die Lebenshaltungskosten am höchsten sind.
Das Immobilienunternehmen Immobilien Scout hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, welche Städte der Bundesrepublik am wenigsten erschwinglich sind.
Bewohner dieser Städte geben im Durchschnitt 20 bis 30% ihres Einkommens
für die Miete aus. In beliebten Vierteln liegen die Ausgaben für die Miete aber oft bei über 40%.
Immerhin, im internationalen Vergleich zu einigen Nachbarländern ist das noch milde, schließlich geben z.B. in Großbritannien Mieter bis zur Hälfte ihres Einkommens für ein Dach über dem Kopf aus. Tatsache bleibt allerdings, dass in den beliebtesten deutschen Städten die Mieten schneller als die Löhne ansteigen und den Menschen weniger Geld übrig lassen, um die Dinge zu genießen, die sie ursprünglich in die Stadt gelockt haben. Die folgenden 10 deutschen Städte haben den höchsten durchschnittlichen Preis in der Kaltmiete pro Quadratmeter:

München ist Spitzenreiter

1. München

München ist Deutschlands drittgrößte Stadt und mit Abstand die hierzulande teuerste Metropole. Der Kaltmietpreis pro Quadratmeter beläuft sich in München auf durchschnittlich 19,73 Euro. Dabei sollte beachtet werden, dass Mieter mit älteren Mietverträgen häufig noch zu günstigeren Bedingungen wohnen. Menschen, die auf aktuell Wohnungssuche sind, bereitet München allerdings sicherlich Kopfzerbrechen.

2. Stuttgart

Dank eines attraktiven Arbeitsplatzangebots ist die Hauptstadt Baden-Württembergs auch eine der teuersten Städte Deutschlands. 15,68 Euro kostet hier eine Wohnung durchschnittlich pro Quadratmeter. Vielleicht ist das gute Wetter im Südwesten auch einer der Gründe, warum Stuttgart kontinuierlich an Einwohnern zulegt.

3. Frankfurt am Main

Frankfurt am Main ist eine internationale Metropole und wichtiger Standort der Finanzindustrie, die Einwohner verdienen hier die deutschlandweit höchsten Nettoeinkommen. Eine Wohnung kostet in Frankfurt am Main 14,39 Euro durchschnittlich pro Quadratmeter.

4. Leinfelden-Echterdingen

Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen liegt 10 km südlich von Stuttgart und ist nicht weit vom Stuttgarter Flughafen entfernt. Die Miete in dem beschaulichen Ort mit 38 000 Einwohnern beträgt durchschnittlich 13,02 Euro pro Quadratmeter.

5. Germering

In bayerischen Germering, das nur von 22 km von München entfernt ist, liegen die Mieten 40% über dem Bundesdurchschnitt. 12,81 Euro kostet hier der Quadratmeter durchschnittlich.

6. Dachau

Ebenfalls im Einzugsgebiet von München gelegen, ist das Wohnen in der Kleinstadt für Mieter mit 12,54 Euro pro Quadratmeter sehr teuer.
In puncto Wohneigentum belegt Dachau deutschlandweit den fünften Platz unter den Standorten mit dem größten Wertsteigerungspotenzial und in der ganzen Region um München gibt es kaum Leerstand von Wohnungen.

Tübingen, teure Uni-Stadt

7. Tübingen

Die beliebte Universitätsstadt in Baden-Württemberg erreicht einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 11,97 Euro. Die Kaufpreise von Wohnungen haben sich hier innerhalb von 5 Jahren um 38% erhöht, obwohl die Stadt kein Industriestandort ist.

8. Köln

11,65 Euro kostet ein Quadratmeter durchschnittlich in der rheinischen Metropole zur Miete. Die größte Stadt von Nordrhein-Westfalen landet damit auf Platz 8 der teuersten deutschen Städte. Drei Viertel der Einwohner Kölns wohnen zur Miete und durch zahlreiche Zuzügler sind die Preise in den letzten Jahren stark gestiegen.

9. Wiesbaden

11,43 Euro beträgt der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter in Wiesbaden und macht die hessische Hauptstadt so zu einem relativ teuren Pflaster. In der Zukunft wird wegen steigender Immobilienpreise und einem Zuwachs an der Bevölkerung eine starke Preissteigerung erwartet.

10. Ditzingen

Die Kleinstadt Ditzingen liegt 10 km nordwestlich von Stuttgart und Arbeitgeber wie Daimler sorgen für eine starke Nachfrage und hohe Mieten von 11,40 Euro durchschnittlich pro Quadratmeter.

Und wo lässt es sich günstig Wohnen?

Abseits der großen Metropolen und wirtschaftlich starken Regionen kann man in Deutschland aber auch unverschämt günstig wohnen. In Ahaus, Warstein und Oelde kann man sehr günstige Wohnungen finden. Alle drei Orte befinden sich in Nordrhein-Westfalen. Die Durchschnittsmieten liegen in Ahaus mit etwa 6,05 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem deutschen Durchschnitt, in Warstein wird dieser Wert mit 4,91 Euro nochmal um einiges unterboten. In Oelde kostet der Quadratmeter 6,58 Euro. Unter den Großstädten sind Halle an der Saale, Chemnitz und Leipzig im Osten die günstigsten Optionen, im Westen sind es Paderborn, Gelsenkirchen und Hamm.

Sagenhafte 5,97 Euro kostet der Quadratmeter für eine Wohnung im 230 000 Einwohner zählenden Halle an der Saale und macht die Stadt in Sachsen-Anhalt dank der angesehenen Martin-Luther-Universität besonders bei Studenten beliebt. Das sächsische Chemnitz ist zum Wohnen noch günstiger, nur 5,08 Euro kostet ein Quadradmeter Wohnfläche monatlich.
Leipzig ist da mit 7,09 Euro etwas teurer, in Hinblick auf die Attraktivität der Kultur- und Messestadt im Osten ist der Mietpreis jedoch noch recht günstig und zieht viel deutsche und internationale Studenten an.

Unter den mittelgroßen Städten sind mit 7,85 Euro pro Quadratmeter das Hessische Kassel oder mit 7,35 Euro pro Quadratmeter das Nordrhein-Westfälische Dortmund ähnlich günstig. Die Stadt Hof bietet mit 5,53 Euro pro Quadratmeter ebenfalls Schnäppchenpreise, überraschenderweise im sonst so teuren Bayern.


So würde ein Atomkonflikt mit Nordkorea aussehen

Es mutet eigenartig an, dass Nordkorea so viel Ärger macht, schließlich ist es keine Supermacht. Seine Wirtschaftsleistung beträgt nur ein Fünfzigstel der seines demokratischen Vetters Südkorea. Amerikaner geben jährlich zweimal die Summe des nordkoreanischen Bruttosozialproduktes für ihre Haustiere aus. Trotzdem sind die Augen der ganzen Welt auf Kim Jong Uns rückwärtsgewandte Diktatur gerichtet. Am 28. Juli testete Nordkorea eine Interkontinentalrakete, die Los Angeles treffen könnte. In Kürze wird es fähig sein, solche Raketen auch mit nuklearen Sprengköpfen zu bestücken, wie es bei den für Südkorea und Japan bestimmten Raketen schon der Fall ist. Die Befehlsgewalt über dieses erschreckende Waffenarsenal hat ein Mann, der als Halbgott aufgezogen wurde und dem das Leben des Einzelnen nichts wert ist. Kürzlich verkündete das Außenministerium, dass, im Falle einer Bedrohung seiner “obersten Erhabenheit”, dem Regime, die als Bedrohung wahrgenommenen Länder in einem Präventivschlag mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ausgelöscht würden. Nur einen Narren würde so etwas nicht beunruhigen.

So würde ein neuer Koreakrieg aussehen

Dass die eine Seite plötzlich versuchen könnte, die andere auszulöschen, ist noch nicht einmal das größte Problem. Die größte Gefahr besteht darin, dass beide Seiten die Situation falsch einschätzen und der Konflikt zu einer Katastrophe eskaliert, die sich eigentlich niemand gewünscht hat. Die USA und Nordkorea könnten sich gegenseitig zu einem nuklearen Krieg hochschaukeln. Einige der Konsequenzen für Nordkorea wären die Zerstörung seines Regimes und der Tod von hunderttausenden Zivilisten. Südkorea droht die Zerstörung der Hauptstadt Seoul, die in nur wenigen Kilometern von Nordkoreas herkömmlicher Artillerie erreicht werden kann. Die USA riskieren einen nuklearen Angriff auf Militärstützpunkte in Ostasien oder sogar auf eine amerikanische Stadt. Nicht zu unterschätzen wäre auch ein bewaffneter Konflikt zwischen den USA und China, Nordkoreas Nachbarn und schmollenden Verbündeten. Es scheint etwas unangebracht zu sein, auf die wirtschaftlichen Folgen eines Krieges mit Nordkorea hinzuweisen, aber diese wären in jeglicher Hinsicht ebenfalls katastrophal.

Raketentest in Nordkorea

US-Präsident Donald Trump hatte deutlich gemacht, dass er Nordkorea daran hindern würde einen nuklearen Sprengkopf, welcher das amerikanische Festland erreichen könnte, zu entwickeln. Einige Experten raten, zukünftige Testraketen noch auf der Abschussrampe oder, wenn auch unwahrscheinlicher, in der Luft abzuschießen. Andere schlagen vor, die Regierung zu stürzen oder mit Präventivschlägen Kim Jong Uns Nuklearwaffen zu zerstören, bevor er sie einsetzen kann.

Leider könnte die Situation genau im Falle eines solchen militärischen Eingriffs gefährlich eskalieren. Die Bomben und Raketenabschussgeräte Nordkoreas liegen verstreut und sind gut versteckt. Die amerikanischen Streitkräfte wären trotz all ihrer Übermacht nicht in der Lage, die von Nordkorea ausgehende nukleare Bedrohung zu neutralisieren, bevor Kim Jong Un einen Vergeltungsschlag durchführen könnte. Selbst wenn das Pentagon über ausführliche Information bezüglich Nordkorea verfügen würde, wäre das eine schwierige Aufgabe; und es liegen den amerikanischen Geheimdiensten kaum Information vor. Ein Präventivschlag wäre nur gerechtfertigt, um einen kurz bevorstehenden nuklearen Angriff auf die USA oder einen ihrer Verbündeten zu verhindern.

Kann der Diktator mit wirtschaftlichen Anreizen dazu gebracht werden, sein nukleares Programm einzustellen? Einen Versuch ist es wert, wenn die Erfolgschancen auch gering sind. 1994 handelte der damalige US-Präsident Bill Clinton einen Deal mit Kim Jong Il (dem Vater des heutigen Despoten) aus, in dem Nordkorea die Herstellung von Rohmaterial für nukleare Sprengköpfe, im Gegenzug zu riesigen Hilfspaketen, einstellte. Kim nahm das Geld und die technische Hilfe an, begann aber sofort damit, sich nicht weiter an das Abkommen zu halten. 2005 scheiterte ein weiteres Abkommen aus demselben Grund. Der junge Kim sieht, genau wie sein Vater, in Nuklearwaffen die einzige Garantie, dass sein Regime fortbestehen wird. Es ist daher kaum vorstellbar, dass er seine wohlbehüteten Nuklearwaffen von alleine aufgeben wird.

Ein totalitäres Regime

Wenn ein Militärschlag nicht zu verantworten wäre und Diplomatie nicht mehr ausreicht, bestünde der letzte Ausweg darin, Kim Jong Un abzuschrecken und zurückzuhalten. Donald Trump müsste in einer offiziellen Ansprache, nicht in einem Tweet oder über seinen Staatssekretär, klar machen, dass die USA keinen konventionellen oder nuklearen Krieg beginnen werden. Allerdings sollte unterstrichen werden, dass ein nuklearer Angriff Nordkoreas auf die USA oder einer ihrer Verbündeter sofort vergolten wird. Kim Jong Un ist sein eigenes Wohl nicht gleichgültig. Er führt in seinem Palast das ausschweifende Leben einer Gottheit, mit der Macht, seine Untertanen zu töten oder zu sich ins Bett zu holen. Falls er einen nuklearen Angriff startet, würde er all seinen Luxus und schließlich sein Leben verlieren. Das gilt auch für seinen Kumpanen und das heißt, sie könnten davon abgeschreckt werden.

Um den Diktator in Schach zu halten, sollten die USA und deren Verbündete Druck ausüben, ohne dass das als Kriegserklärung missverstanden werden könnte. Sie sollten Wirtschaftssanktionen nicht nur gegenüber Nordkorea, sondern auch gegenüber chinesischen Unternehmen, die mit Kordkorea handeln, intensivieren. Die USA sollten ihr nukleares Schutzabkommen auf Südkorea und Japan ausweiten und die Raketenabwehrsysteme beider Länder stärken. Das würde verhindern, dass diese selber mit dem Bau nuklearer Waffen beginnen. Die USA sollten außerdem Südkorea, welches von einem Krieg unmittelbar betroffen wäre, versichern, dass keine Schritte ohne die Zustimmung Südkoreas eingeleitet werden. China hat genug von der Regierung Kim Jong Uns. Es fürchtet aber, dass nach einem Zusammenbruch Nordkoreas in einem vereinigten Korea die amerikanischen Truppen direkt an seiner Grenze stehen würden. Das Team um Präsident Trump sollte daher den Chinesen versichern, dass dies nicht der Fall sein wird und sie davon überzeugen, dass es mit einem vereinten, wohlhabenden Nachbarn langfristig besser gestellt sein wird, als mit einem Nachbarn, der arm, gewaltbereit und unvorhersehbar ist.

Anti-USA-Poster in Nordkorea

Nur die Ruhe bewahren

Alle Möglichkeiten, mit dem Problem umzugehen, haben Nachteile. Obwohl die USA Nordkorea nicht als legitime Nuklearmacht anerkennen sollten, müssen sie ihr Vorgehen an der Tatsache festmachen, dass Nordkorea schon eine inoffizielle Nuklearmacht ist. Das Regime könnte davon ausgehen, dass es dank seiner Nuklearwaffen noch provokanter Auftreten darf und eventuell damit anfangen, Terrorismus zu unterstützen.

Soldaten in Nordkorea

Es ist sinvoll, daran zu erinnern, dass die USA schon in ähnlichen Situationen steckten. Als Stalin und Mao ihre ersten Atombomben bauten, forderten manche nach Präventivschlägen, um sie daran zu hindern. Glücklicherweise bewahrte man damals die Ruhe. Seit dem hat das Prinzip der Abschreckung immer dafür gesorgt, dass diese schrecklichen Waffen nie zum Einsatz kamen. Eines Tages werden die Nordkoreaner eventuell durch einen Staatsstreich oder einen Volksaufstand ihren anstößigen Herrscher loswerden und die Halbinsel wird wie Deutschland demokratisch vereint werden. Bis dahin sollte die Welt die Ruhe bewahren und Kim Jong Un weiter in Schach halten.


Die 10 reichsten Deutschen

Das sind die 10 reichsten Deutschen

1. Familie Reimann

Die Mannheimer Familie Reimann belegt mit einem Vermögen von 30 Milliarden Euro den Spitzenplatz unter Deutschlands Milliardären. Dennoch ist über die verschwiegene Unternehmerfamilie relativ wenig bekannt.
Der Erfolg begann 1823 mit der Gründung einer Chemiefabrik, später stieg die Marke Reckit Benckiser zum weltweit führenden Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln auf.
Zu den erfolgreichsten Marken des Konzerns gehören heute Clerasil, Calgon, Vanish oder Veet. 1992 kauften die Reimanns Anteile des Parfümherstellers Coty, der Celebrity-Parfüms wie Calvin Klein, Joop oder Davidoff herstellt. Die trendige Damenschuhmarke Jimmy Choo gehörte ebenfalls Familie Reimann, bis diese sich dazu entschloss, das börsennotierte Unternehmen 2017 wieder zu verkaufen. Seit vier Jahren gehört den Reimanns außerdem der Kaffeehersteller Jacobs Douwe Egberts und macht damit Marktführer Nescafe Konkurrenz.

Der “Aldi-Äquator”

2. Familie Schaeffler

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg Schaeffler bringen es auf geschätzte 26 Milliarden Euro Vermögen. Die Schaeffler KG begann als Wälzlagerfabrik in Herzogenaurach. 2008 übernahm das Unternehmen den dreimal größeren Reifenhersteller Continental auf spektakuläre Art und Weise, indem mithilfe von Banken 90% der Continental-Aktien erworben wurden. Die mit Krediten finanzierte “feindliche Übernahme” brachte den Konzern im Zuge der Finanzkrise 2008 fast an den Ruin, als das Unternehmen ganze 11,5 Milliarden Schulden zu verzeichnen hatte, der Aktienkurs von Continental einbrach und ganz aus dem DAX flog. Staatliche Finanzhilfen wurden ihnen verwehrt, allerdings profitierten beide Unternehmen indirekt von den Finanzhilfen der Europäischen Zentralbank und der Bundesregierung zur Rettung der Banken. Heute ist der Autozulieferer Continental erfolgreicher den je und die Schaefflers haben durch die riskante Übernahme etwa 16 Milliarden dazuverdient.

3. Dieter Schwarz

Das Vermögen des Gründers der Discounter-Kette Lidl wird auf 25 Milliarden Euro geschätzt.
Das Unternehmen begann als Einzelhandelsgeschäft und entwickelte sich in den 1970er Jahren mit der ersten Filiale in Ludwigshafen zum berühmten Discounter. Die Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland gehört, beschäftigt heute 375 000 Mitarbeiter in ganz Europa und Lidl plant, auch auf dem US-Markt erste Filialen zu eröffnen.
In der Vergangenheit litt das Image des Discounters unter den Vorwürfen, Lidl würde seine Mitarbeiter mit unzulässiger Videoüberwachung bespitzeln und geriet wegen vielerlei Missstände in Streit mit den Gewerkschaften.
Das billig-Image gehört aber längst der Vergangenheit an – heute steht Lidl für innovativen Handel mit ansprechenden Filialen und einigen exklusiven Produkten – zum Discounter-Preis.

4. Erben Karl Albrecht

Die Erben des 2014 verstorbenen Aldi-Süd Gründers Karl Albrecht brachten es im vergangenen Jahr auf 21 Milliarden Euro Vermögen. Das vereinte Discount-Imperium von Aldi-Süd und Aldi-Nord wäre der weltweit größte Discounter-Markt. Da die Brüder Karl und Theo Albrecht 1961 beschlossen, das Erbe ihres Vaters und Aldi-Gründers Karl Albrecht aufzuteilen und getrennte Wegen zu gehen, liegen die beiden Unternehmen Aldi-Süd und Aldi-Nord heute aber hinter dem Konkurrenten und Vorreiter Lidl.

Karl Albrecht Jr. gründete die gemeinnützige Siepmann-Stiftung, in die die Gewinne des Unternehmens fließen. Das Stiftungsmodell dient vor allem dem Schutz vor dem Finanzamt, so zahlte die Stiftung nach dem Tod ihres Gründers auch keine Erbschaftsteuer.

Aldi-Nord und Aldi-Süd in Europa

5. Stefan Quandt

Der BMW-Erbe und Großaktionär verfügt über ein Vermögen von geschätzten 18 Milliarden Euro. Ihm und seiner Schwester Susanne Klatten gehören rund 47% der Stammaktien vom Autoherstellers BMW, der einen Umsatz von 70 Milliarden Euro jährlich verzeichnet. Daneben investiert Quandt in Logistik-, Medizin- und Solartechnik-Unternehmen, die kleine Firma Heel aus Baden-Baden ist Weltmarktführer bei der Herstellung homöopathischer Ampullen.

6. Susanne Klatten

Auf dem sechsten Platz folgt die Schwester und ebenfalls BMW-Erbin Susanne Klatten. Ihr Vermögen wird mit einem Wert von 17,5 Milliarden Euro beziffert. Damit ist die Geschäftsfrau die reichste Frau Deutschlands. Wie ihr Bruder ist sie ein Mitglied des Aufsichtsrats von BMW, die Großerben betrachten den erfolgreichen Konzern allerdings nicht als ein Familienunternehmen und halten sich bei Entscheidungen dezent zurück. Klatten ist von ihrer Seite aus als Investorin für Münchner Startups und Unternehmerin in der Herstellung von Carbonfasern für die Automobilindustrie tätig.

7. Familie Theo Albrecht Jr.

Die Erben des 2010 verstorbenen Aldi-Nord Gründers Theo Albrecht verfügen über ein Vermögen von 17 Milliarden Euro. Wie bei Aldi-Süd fließen die Gewinne in drei verschiedene Stiftungen und sind somit fast steuerfrei. In letzter Zeit geriet das Unternehmen vor allem wegen eines Erbstreits unter den Verbliebenen und Nachkommen Theo Albrechts in die Schlagzeilen.

Um mit Aldi-Süd und Lidl mitzuhalten, plant das Unternehmen, das trostlose Image des Discounters zu verschönern und seine Filialen mit einer Investition von 5 Milliarden Euro zu modernisieren. Dazu müssen sich allerdings die zerstrittenen Familienmitglieder, die über die verschiedenen Stiftungen herrschen, erstmal einigen und einstimmig die Investition absegnen.

Lidl hat sein Image stark verbessert

8. Familie Würth

12,2 Milliarden beträgt das geschätzte Vermögen der Familie Würth. Aufgebaut wurde es mit der Herstellung von Werkzeugen und vor allem Schrauben durch Reinhold Würth. Das Familienimperium unter Reinhold Würth mit Sitz in Künzelsau begann 1954 mit der Übernahme des Schraubenhandels von dessen Vater Adolf Würth und beschäftigt heute 70 000 Mitarbeiter weltweit. Ähnlich wie die Erben von Karl Albrecht hat Familie Würth vier Familienstiftungen gegründet und kann so ganz legal Besteuerung vermeiden. Der Patriarch Würth unterhält mit seinem Vermögen auch eine beachtliche Kunstsammlung, die über 15 000 Werke, darunter alte Meister wie Cranach und Holbein, zählt.

9. Hasso Plattner

Der Software-Unternehmer aus Potsdam liegt mit 9 Milliarden Euro auf dem 9. Platz der reichsten Deutschen. 1972 gründete Plattner die Softwarefirma SAP, deren Aufsichtsratsvorsitzender er bis heute ist. Privat engagiert sich der Multimilliardär gerne als Mäzen und Kunstförderer, er hat seiner Wahlheimat Potsdam ein Kunstmuseum spendiert sowie die Renovierung des Potsdamer Landtagsschlosses mitfinanziert. An der Universität Potsdam gründete er das private Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, dessen Sicherheitsforscher eine kostenlose Plattform zur Verfügung gestellt haben, auf der man mit dem sogenannten Identity Leak Checker überprüfen kann, ob man Opfer des Diebstahls von Passwörtern oder anderen persönlichen Daten geworden ist.

Hasso-Plattner-Institut

10. Familie Thiele

Den letzten Platz auf der Top-10 der deutschen Milliardäre belegt mit 8,6 Milliarden Euro Familie Thiele. Heinz-Hermann Thiele ist einer der wenigen Selfmade-Milliardäre, 1969 wurde er Mitarbeiter beim Hersteller von Bremssystemen Knorr-Bremse und stieg 1987 zu dessen Vorstandsvorsitzenden auf. Zwei Jahre später wurde er zum Alleineigentümer und wandelte das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Heute ist Knorr-Bremse Weltmarktführer in der Herstellung von Zug- und Lkw-Bremsen. Thiele ist ebenfalls Hauptaktionär des Schienenfabrikanten Vossloh AG.


Was steckt hinter den mysteriösen Kornkreisen?

Kornkreise – seltsame Muster, die über Nacht auf mysteriöse Art und Weise in Getreidefeldern auftauchen, erstaunen, begeistern und werfen viele Fragen auf. Die Kreise und geometrischen Muster werden meistens in Großbritannien entdeckt, kommen aber in den letzten Jahrzehnten auch in dutzenden anderen Ländern vor. Immer wieder werden auch aus Deutschland Kornkreise gemeldet. Die rätselhafte Erscheinung hat schon unzählige Bücher, Blogs, Fangruppen, Forscher und sogar Filme beschäftigt und wird den Menschen wohl noch weiter inspirieren – schließlich bleibt die wichtigste Frage seit Jahrzehnten unbeantwortet: wer oder was macht die mysteriösen Kornkreise?

Die ersten Kornkreise

Viele Leute glauben, dass schon vor Jahrhunderten von Kornreisen berichtet wurde. Dieser Standpunkt wird in vielen Büchern und Webseiten zum Thema wiedergegeben. Das wichtigste Indiz dafür ist ein Holzschnitt aus dem Jahr 1678, auf dem ein Feld mit Hafer kreisförmig ausgelegt erscheint. Für Einige erscheint das als der Bericht eines Augenzeugen über einen Kornkreis, was mit etwas geschichtlicher Nachforschung allerdings widerlegt werden kann. Tatsächlich zeigt der als Mowing-Devil bekannte Holzschnitt einen Teufel, der mit einer Sichel kreisförmig ein Feld mäht und illustriert damit Konflikte zwischen Grundbesitzern und Feldarbeitern im alten England.

Manche behaupten, dass die ersten Kornkreise (obwohl sie damals noch nicht so genannt wurden) in der australischen Kleinstadt Tully gesichtet wurden. 1966 behauptete ein Farmer, er sah eine fliegende Untertasse aus einem sumpfigen Gebiet aufsteigen und davonfliegen; als er der Sache nachging, fand er dort eine kreisförmige Zone mit Trümmern und anscheinend niedergedrücktem Gras und er ging davon aus, dass die fliegende Untertasse dafür verantwortlich war (wobei die Polizei davon ausging, dass der Kreis von einem natürlichen Phänomen wie einer Windhose oder einer Wasserhose verursacht wurde).

Ein runder Abdruck auf einem Rasen oder einer Grasfläche muss nicht unbedingt einen mysteriösen Ursprung haben (wie jeder mit einem Swimmingpool für Kinder im Garten nachvollziehen kann). In der Tat tauchen überall auf der Welt merkwürdige Kreise im Gras auf und werden manchmal einem übersinnlichen Ursprung zugeschrieben, obwohl der Grund in einer Erkrankung der Pflanzen liegt.

Woodborough Kornkreis

Moderne Kornkreise

Die ersten echten Kornkreise tauchten in Wirklichkeit erst in den 1970er Jahren auf. Damals erschienen einfachr Kreise in den ländlichen Gebieten Englands. Die Anzahl und Komplexität dieser Kreise stieg dramatisch an und gipfelte in den 1980er und 1990er Jahren, als immer ausgeklügeltere Kornkreise entstanden, bis hin zu denen mit komplizierten mathematischen Gleichungen.
Im Juli 1996 entstand einer der weltweit komplexesten und spektakulärsten Kornkreise bei Stonehenge in England. Es handelte sich dabei um ein beeindruckendes Fraktal, welches als Julia Set bezeichnet wird. Was den Kornkreis noch mysteriöser machte, war die Aussage, dass dieser in weniger als einer Stunde bei helllichtem Tage entstand — was, falls dies der Wahrheit entspricht, einen Scherz oder Betrug ausschließt. Der Kornkreis wurde zu einem der berühmtesten und bedeutendsten Kornkreise in der Geschichte.

Später stellte sich jedoch heraus, dass der Kornkreis innerhalb von drei Stunden von drei Personen sehr früh morgens fabriziert worden war. Der Kornkreis wurde erst später am Nachmittag von einem Flugzeug aus entdeckt.

Theorien und Erklärungsversuche

Entgegen anderer mysteriöser Phänomene wie Hellsichtigkeit oder Geister besteht bei den Kornkreisen kein Zweifel, dass es sie gibt. Die Beweise für ihre Existenz sind eindeutig und überwältigend. Die wichtigste Frage ist daher, wodurch sie verursacht werden — und es gibt Möglichkeiten, der Sache auf den Grund zu gehen.
Um die Kornkreise einzuschätzen, werden die Inhalte und die eventuelle Bedeutung der geometrischen Muster untersucht sowie der Zustand der Getreidepflanzen.

Kornkreis-Enthusiasten haben viele Theorien, wie die Zeichen entstehen könnten, und diese reichen von plausibel bis absurd. Eine beliebte Erklärung in den frühen 1980er Jahren war, dass liebestolle Igel während ihres Liebesspiels die mysteriösen Kreise aus Versehen produzierten. Einige Leute glauben, dass die Kreise irgendwie von örtlich begrenzten und präzisen Windbewegungen verursacht werden oder von wissenschaftlich nicht nachweisbaren Energiefeldern und Meridianen, den sogenannten Ley-Linien.

Andere, wie etwa der Molekularbiologe Horace Drew behaupten, die Lösung des Rätsels läge in Zeitreisen oder außerirdischem Leben. Laut seiner Theorie könnten die Muster von Zeitreisenden aus der Zukunft erzeugt werden, um auf unserem Planeten besser navigieren zu können. Drew geht davon aus, dass die Muster als Botschaften zu verstehen sind und glaubt, dass er die Symbole entziffern konnte und diese ermutigende Nachrichten für die Menschheit enthalten.

The Human Butterfly Crop Circle (aka the fabled „Project Atlas“)

Viele Befürworter der Alien-Theorie behaupten, die Außerirdischen erzeugen die Muster physisch von ihren Raumschiffen aus. Andere schlagen vor, dass sie dafür unsichtbare Energiestrahlen aus dem Weltall verwenden und sich damit die Anreise sparen. Wieder andere glauben, dass menschliche und nicht außerirdische Gedanken und Intelligenz die Muster erzeugen – nicht in der Form von Fälschern, sondern als eine Art globale energetische Kraft, die sich in Weizen und anderen Nutzpflanzen manifestiert.

Obwohl es unzählige Theorien gibt, ist die einzig bisher bewiesene Ursache von Kornkreisen der Mensch. Der Ursprung der Kornkreise blieb rätselhaft, bis im September 1991 zwei Männer zugaben, jahrzehntelang die Muster zum Spaße fabriziert zu haben, damit die Leute glaubten, es seien UFOs gelandet (der Tully UFO-Report von 1966 gab ihnen die Idee dazu). Sie beanspruchten nicht alle Kornkreise für sich — ihre Idee wurde von anderen Scherzbolden kopiert — aber ihr Hoax brachte das Phänomen Kornkreise ins Rollen.

Die Forscher räumen ein, dass die große Mehrzahl an Kornkreisen von Fälschern produziert wird. Allerdings behaupten sie auch, dass ein kleiner Anteil der Kornkreise einfach nicht erklärt werden kann. Das größte Problem ist, dass es keine zuverlässige wissenschaftliche Methode gibt, die “echten” Kornkreise von den menschengemachten zu unterscheiden (obwohl einige Forscher behaupten, dass die Stiele der Pflanzen bei echten Kornkreisen besonderen Merkmale aufweisen).

Eigenschaften von Kornkreisen

Mit ein paar Ausnahmen verfügen fast alle Kornkreise über eine Anzahl gemeinsamer Merkmale.
Kreise. Kornkreise, wie der Name schon sagt, bestehen fast immer aus Kreisen — seltener aus Dreiecken, Rechtecken oder Quadraten. Einige der Muster enthalten gerade oder geschwungene Linien. Zufälligerweise ist der Kreis die einfachste Form, die Kornkreis-Fälscher herstellen können.
Erscheinung über Nacht. Kornkreise entstehen nachts und werden oft von Bauern oder Passanten am nächsten Morgen entdeckt. Für Außerirdische oder Erdenergien scheint es keinen logischen Grund zu geben, nur nachts Muster zu erzeugen. Für Scherzbolde ist es aber offensichtlich ein großer Vorteil, die Zeichen im Schutze der Nacht zu produzieren; Vollmondnächte sind besonders beliebt.

Echt oder Hoax?

Kamerascheue. Die Entstehung von Kornkreisen wurde nie gefilmt (mit Ausnahme natürlich derjenigen, die von ein paar Scherzbolden gemacht wurden). Dabei handelt es sich um ein sehr verdächtiges Merkmal, schließlich würden sich mysteriöse Erdenergien oder Aliens wohl kaum davon abhalten lassen, wenn eine Kamera dabei wäre.
Zugang über Straßen. Kornkreise treten gewöhnlich auf gut zugänglichen Feldern in der Nähe von Straßen auf. Man findet sie selten in entlegenen und unzugänglichen Gebieten. Aus diesem Grund werden die Muster gewöhnlich nach ein oder zwei Tagen von Autofahrern entdeckt.

Es gibt viele Theorien zur Entstehung von Kornkreisen, von Aliens, mysteriösen Vortexen, Zeitreisenden, bis hin zu Winden. Aber allen fehlt etwas Entscheidendes: eindeutige Beweise. Die einzig nachweisbare Ursache von Kornkreisen ist der Mensch. Vielleicht wird eines Tages eine mysteriöse, bisher unbekannte Ursache für die Kornkreise entdeckt werden, bis dahin aber sollte man sie am besten als öffentliche Kunstwerke betrachten.


Diese 9 Jobs könnte es bald nicht mehr geben

Wie wird der Arbeitsmarkt in 10 oder 20 Jahren aussehen und welche Berufe werden auch in Zukunft gefragt sein? Wenn Jobs verschwinden entstehen natürlich auch neue Tätigkeiten – Digitalisierung und Automatisierung werden sich perfektionieren, repetitive Aufgaben übernehmen und viele Berufe verdrängen, etwa im direkten Kundenservice. IT- und Technikberufe werden aber weiterhin gefragt sein, um neue Soft- und Hardware zu entwickeln und diese bei der Anwendung zu steuern und zu überwachen.

Bei Banken und Versicherungen wird für die Datenanalyse vermehrt intelligente Software eingesetzt und gerade bei den Banken könnte der technische Fortschritt genutzt werden, um völlig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Automatisierung könnte Piloten und Fahrer verdrängen – weil die Technik mit der Zeit zuverlässiger, sicherer und kostengünstiger sein wird, als menschliche Arbeitskraft.

Spezialisierte Handwerker werden wohl auch in Zukunft gefragt sein, während einfache Bauarbeiter ihren schweißtreibenden Job zugunsten von 3D-Druckern und automatisierten Baumaschinen verlieren könnten.

Wir haben folgende Berufe zusammengestellt, die schon sehr bald durch moderne Technik ersetzt werden könnten:

Fahrer, Chauffeure und Zulieferer

Taxifahrer und Lkw-Fahrer werden in den nächsten Jahren immer umfassender durch selbstfahrende Autos ersetzt. Der amerikanische Fahrdienst Uber, der mit seinem Sharing-Modell per App bereits die Branche revolutionierte, testet erfolgreich selbstfahrende Taxis in den USA. Lkw-Hersteller wie Daimler arbeiten daran, die Technik auf den Punkt zu bringen und absolut zuverlässig zu machen. In Deutschland wird das die Jobs von etwa 500 000 Lastkraftfahrern überflüssig machen. Experten rechnen damit, dass die selbstfahrende Technik im Jahr 2020 ausgereift sein wird und zuerst im Gütertransport eingesetzt werden wird. In den 2030er Jahren könnte die Technik dann voll ausgereift sein und sehr kostengünstig werden – und Millionen von Lastwagenfahrern weltweit den Job kosten.
Auch Flugzeuge sind theoretisch in der Lage, ohne Piloten abzuheben und zu landen. Im Passagierverkehr wird das automatisierte Fliegen in naher Zukunft wohl keine Akzeptanz finden, im Frachtverkehr ist diese Lösung aber durchaus denkbar.

Bankangestellte

In Zeiten von Internet-Banken und Überweisungen per App sind Bankangestellte immer weniger gefragt, nur die ältere Generation nutzt noch regelmäßig den Service von Bankfilialen für Geldtransfers. Klassische Banken erheben zur Unterhaltung ihrer Filialen immer höhere Gebühren, was neuartigen Finanzdienstleistern eine Nische eröffnet, welche die klassische Banken in Zukunft herausfordern wird. Ein IBAN-Konto mit seriöser Kreditkarte ist schon heute sehr einfach von einem der neuen Dienstleister zu bekommen – und das annähernd oder gänzlich kostenfrei ohne Grundgebühren oder Gebühren für Überweisungen. Auch das klassische Beratungs- und Verkaufsmodell der Banken ist ein Auslaufmodell. Mitarbeiter in der Vermögensberatung oder Kreditvergabe können bald durch digitale Anwendungen ersetzt werden.
Heute kommen in den USA im Kundenservice schon sogenannte Chatbots zum Einsatz, welche gängige Kundenanfragen mithilfe von Algorithmen beantworten. Das Modell ist kostensparend und effizient, und nur in Ausnahmefällen schalten sich Mitarbeiter ein.
Nur bei sehr komplexen Anlage- und Kreditgeschäften werden Verbraucher auf Bankmitarbeiter zurückgreifen müssen und dafür eine entsprechend hohe Gebühr bezahlen.

Amazon Lieferdrohne

Bauarbeiter

Ein Haus in 24 Stunden bauen? Das ist heute schon Realität. 3D-Drucker und autonome Baumaschinen erledigen die schwere Arbeit im Handumdrehen. Besonders Dubai setzt auf die neue Technik und hat sich vorgenommen, bis 2030 ein Viertel seiner Immobilien per 3D-Drucker bauen zu lassen. Für ein Modul, dass in einem Tag entstehen kann, werden nur 2 Arbeiter benötigt, die den Vorgang steuern und überwachen. Ein australisches Unternehmen hat bereits eine digitale Baumaschine entwickelt, die selbständig wie am Fließband Wände bauen kann. Aus dem klassischen Maurer könnte also bald ein technisch versierter Maschinenführer werden. Derzeit liegen die Kosten für einen solchen Bau wegen der neuartigen Technik allerdings noch höher als bei einem herkömmlichen Bau.

Sachbearbeiter und Verwaltungsangestellte

Intelligente Softwares werden in Zukunft alle Aufgaben und Entscheidungen übernehmen können, die nach strengen, bürokratischen Vorgaben durchgeführt werden. Baden-Württemberg experimentiert bereits mit der voll digitalen Steuererklärung und nur bei komplizierten Sachverhalten werden Experten gefragt sein.

Deutsche Versicherungsanbieter treiben die Automatisierung in der Schadenabrechnung gezielt voran und erreichen damit eine geringere Fehlerquote und höhere Effizienz. Ein weiterer Vorteil: Computer übernehmen neue Regeln sofort und können veränderte Vorschriften schneller als Menschen erfüllen.

Betonbau aus dem 3D-Drucker

Büroangestellte und Sekretariatskräfte

Sprechstundenhilfen und Sekretärinnen, die Anrufe entgegennehmen und Termine vergeben, könnten durch virtuelle Anwendungen ersetzt werden. Auch menschliche Übersetzer werden in Zukunft weniger gefragt sein oder nur noch bei kniffeligen Fragen gebraucht werden. Dank immer besser funktionierender Spracherkennungsprogramme muss bald niemand mehr Dokumente von Hand tippen und Apps übernehmen die langwierige Eingabe und Übertragung von Daten innerhalb von Sekunden.

Hilfskräfte bei Post- und Zustelldiensten

Hilfsarbeiter werden durch Maschinen in voll automatisierten Logistikzentren wie bei Amazon ersetzt und der Konzern arbeitet daran, mit Lieferdrohnen seinen Service noch weiter zu automatisieren. Postboten werden damit also überflüssig. Vollautomatisierte Warenhäuser großer Konzerne wie Ikea, Coca-Cola oder Netflix kommen auch ohne Lagerarbeiter aus. Ebenfalls denkbar wäre die Lieferung von Waren mit automatisierten Lieferwagen.

Hilfskräfte bei der Reinigung

Reinigungskräfte machen einen harten und niedrig entlohnten Job – und verzeichnen unter allen Berufsbildern die meisten krankheitsbedingten Fehltage. Auch hier könnte in Zukunft auf einen großen Teil der menschlichen Arbeitskräfte verzichtet werden. So könnten z.B. Toiletten standardgemäß mit einer Selbstreinigungs-Technik hergestellt werden. Automatische Staubsauger und Roboter zur Bodenreinigung existieren bereits, es folgen Modelle zur Reinigung von Fensterscheiben. In den kommenden Jahren wird die Technik ausgereift sein und erschwinglicher werden.

Verkäufer

Schon seit einigen Jahren bieten große Supermärkte Selbstbedienungs-Kassen, die nur von einem Mitarbeiter überwacht werden müssen. Die gestresste Kassiererin beim Discounter damit zu ersetzen ist eigentlich keine schlechte Idee. Auch im Einzelhandel können Verkäufer weitgehend durch Terminals ersetzt werden, da sich im Internetzeitalter Kunden vor dem Kauf umgehend selber über Produkte informieren können.
In Onlineshops sind die meisten Konsumgüter erhältlich und werden dort oft zu einem günstigeren Preis angeboten und das klassische Marketing wird durch automatische Auswertung von Nutzerdaten verdrängt.
Betriebe mit festem Standort nutzen ebenfalls digitale Marketinglösungen, um der mobilen Suche ihrer potenziellen Kunden entgegenzukommen.

Soldaten und Wachdienste

Die meisten technischen Errungenschaften wie das Passagierflugzeug haben ihren Ursprung in der Kriegs- und Waffentechnik. Die fortschrittlichste Technik befindet sich also in den Händen Streitkräfte. Dort machen ferngesteuerte Raketen und unbemannte Drohnen den Einsatz von Militärpiloten überflüssig und bewaffnete Kampfroboter können reguläre Truppen am Boden zumindest unterstützen.

Sicherheitsroboter mit Geräuschsensoren und Infrarotkameras werden Stück für Stück den Wachdienst auf Parkplätzen und in Kaufhäusern ersetzen und nachts in Bürogebäuden oder Firmenzentralen patrouillieren.

The Global Hawk Unmanned Aerial Vehicle is used to provide Air Force and joint battlefield commanders near real-time, high-resolution intelligence, surveillance and reconnaissance imagery.

Wer dieser 8 Politiker könnte auf Angela Merkel folgen?

Ewige Kanzlerin?

Am 24. September 2017 findet die nächste Bundestagswahl statt. Nach Einschätzungen von Politikwissenschaftlern kann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Wahlsieg ihrer Partei und somit einer vierten Amtszeit rechnen. Da es in Deutschland im Gegensatz zu Ländern wie den USA oder Frankreich keine Beschränkung zur Anzahl der Amtsperioden gibt, kann die 63-Jährige noch so lange sie möchte uneingeschränkt weiter kandidieren. Da die Mehrheit der Wähler keine schwerwiegenden Gründe hat, mit der Führung Angela Merkels unzufrieden zu sein, könnte sie eine ganze Generation prägen, die nie ein anderes Gesicht als Regierungschef kennengelernt hat.

Nach aktuellen Umfragen liegt die CDU mit etwa 40% an Wählerstimmen vorn und wird höchstwahrscheinlich zwischen den Grünen und der FDP als Bündnispartner wählen können. Die SPD erreicht derzeit mit 23% den zweiten Platz, was für den SPD-Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz bei weitem nicht ausreichen sollte, um Angela Merkel aus ihrer Position zu verdrängen. Auch wenn an einen politischen Führungswechsel in Deutschland derzeit eher nicht zu denken ist, wird Angela Merkel das Land nicht für immer regieren, irgendwann wird sich die CDU ernsthaft mit der Nachfolge befassen müssen. Wir stellen Ihnen einige der möglichen Kandidaten vor, die eventuell einmal Angela Merkel beerben werden:

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble

Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist seit 1972 ein Mitglied des Bundestags und hat zahlreiche herausragende politische Ämter innegehabt. Kaum ein anderer kann es derzeit mit der Expertise und politischen Erfahrung des Juristen aufnehmen und er ist auch innerhalb der Europäischen Union eine Autoritätsfigur. Schäuble ist einer der bekanntesten und beliebtesten Politiker Deutschlands. Allein sein fortgeschrittenes Alter, Wolfgang Schäuble ist fast 75 Jahre alt, macht eine Kanzlerkandidatur in der Zukunft eher unwahrscheinlich.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière

Thomas de Maizière

Thomas de Maizière ist seit 2013 Bundesinnenminister unter Angela Merkel und kann ebenfalls auf eine lange politische Laufbahn zurückblicken. Er war zuvor unter Angela Merkel Verteidigungsminister, Chef des Bundeskanzleramts und hatte davor unter anderem Ämter als Staatsminister für Finanzen, Staatsminister für Justiz und Chef der Staatskanzlei im Freistaat Sachsen inne. Der CDU-Politiker begann seine politische Laufbahn nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 in Mecklenburg-Vorpommern. Der gelernte Jurist gilt in seinem Auftreten allerdings als bürokratisch und Politik-Insider bezweifeln, dass er für die Rolle als Bundeskanzler geeignet wäre.

CSU-Vorsitzender Horst Seehofer

Horst Seehofer

Der CSU-Politiker ist Vorsitzender der CSU und gleichzeitig der Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Der frühere Bundesminister für Gesundheit vertritt vor allem das konservative Spektrum der Wähler und gilt als eifriger Widersacher von Angela Merkels Flüchtlingspolitik. Jüngst forderte er mehr Härte im Umgang mit der Türkei unter Erdogan.

Dass Seehofer die Unterstützung der liberalen Fraktion der CDU erhalten würde, gilt als unwahrscheinlich und der Politiker hat bereits angekündigt, dass er 2018 in Rente gehen möchte.

Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen (CDU) ist seit 2005 Bundesministerin unter Angela Merkel. Sie war Familienministerin, später Arbeitsministerin und ist seit 2013 die erste Frau als Verteidigungsministerin. Davor war sie im Land Niedersachsen Ministerin für Soziales und Gesundheit. Die promovierte Ärztin und Mutter von sieben Kindern gilt als ehrgeizig und kompetent, sie wurde gerne in den Medien als aussichtsreiche Kandidatin zur Nachfolge Merkels gehandelt. Allerdings schwindet der Rückhalt der CDU zu Ursula von der Leyen und sie müsste sich gegen zahlreiche Kritiker aus den eigenen Reihen durchsetzen, um eventuell Kanzlerin zu werden.

Annegret Kamp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

ist außerhalb des von ihr regierten Bundeslandes relativ unbekannt. Sie gilt von ihrer Einstellung her als ähnlich nüchtern wie die Bundeskanzlerin und steht für einen liberalen Kurs. In der Flüchtlingspolitik teilte Annegret Kramp-Karrenbauer die Haltung Merkels und sie unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Europäischen Union für den Wohlstand Deutschlands. Die kurz “AKK” genannte Politikwissenschaftlerin wird unter Insidern schon länger als Geheimtipp zur Nachfolge Angela Merkels gehandelt. Sollte die Regierungschefin die Absicht pflegen, ihren Kurs auch über ihre aktive Amtszeit hinaus zu pflegen, könnte sie selbst Annegret Kramp-Karrenbauer bis 2021 den Weg an die Spitze ebnen – die Außenseiterin aus dem Saarland gehört bereits zum CDU-Führungszirkel und könnte mit Unterstützung der Kanzlerin zur Parteivorsitzenden der CDU aufsteigen, was ihr eine Kandidatur als nächste Bundeskanzlerin ermöglichen würde.

German Head of the Federal Chancellery

Peter Altmaier

Peter Altmaier (CDU) stammt ebenfalls aus dem Saarland und ist derzeit Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Bundeskanzleramts.

Davor war er als Bundesumweltminister unter Angela Merkel tätig. Er hat auch eine Rolle als EU-Beamter inne und gilt als liberal. Altmaier koordiniert die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und hat die Position Angela Merkels zur Flüchtlingsaufnahme immer wieder in den Medien verteidigt, räumte aber auch Fehler im Umgang mit der Krise ein. Peter Altmaier scheint als PR-Allzweckwaffe der Merkel-Regierung zu dienen und nutzt als einer der wenigen Spitzenpolitiker auch soziale Netzwerke, um seinen Standpunkt rüber zubringen.

Jens Spahn

Jens Spahn

Der 37-jährige Jens Spahn (CDU) ist seit 2002 Abgeordneter seines Wahlkreises im Bundestag, wurde 2014 ins CDU-Präsidium gewählt und ist seit 2015 parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen, Wolfgang Schäuble. Der gelernte Bankkaufmann absolvierte neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter ein Fernstudium der Politikwissenschaften an der Universität Hagen und ist ein Jungstar und Hoffnungsträger in der CDU, was die britische Zeitung “The Guardian” dazu veranlasste, ihn schon mal als Nachfolger Angela Merkels auszurufen.

Jens Spahn ist offen homosexuell und äußerte einige kritische Punkte zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel in seinem im Herbst 2015 erschienenen Buch “Ins Offene”. Sein Stil vereint Konservatismus und Modernität, jüngst forderte er ein Burka-Verbot sowie ein Islamgesetz.

Durch die große Medienpräsenz und Kritik an der Kanzlerin wurden die eigenen Ambitionen Spahns mit Hinblick auf das Kanzleramt allerdings ein bisschen zu offensichtlich und er schaltete freiwillig einen Gang zurück. Heute äußert sich der Parlamentarier seltener in der Öffentlichkeit und beteuert seine Treue zur Kanzlerin. Als ernsthafter Kandidat auf das Amt käme er wohl nicht vor 2025 infrage.

Julia Klöckner

Julia Klöckner

Die Stellvertreterin Angela Merkels als CDU-Parteivorsitzende wurde auch gerne als einer der “Kronprinzessinnen der CDU” betitelt. Die ehemalige Redakteurin und Fernseh-Mitarbeiterin war von 2002 bis 2011 Abgeordnete im Bundestag und ist seit 2010 Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz sowie ein Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Julia Klöckner ist innerhalb ihrer Partei äußerst beliebt und sie hat die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin weitgehend befürwortet, allerdings konnte sie sich vor den Landtagswahlen 2016 in Rheinland-Pfalz mit Hinblick auf die Flüchtlingskrise zu keiner festen Position entscheiden, mal stimmte sie Merkel zu und mal absolvierte sie mit CSU-Chef Horst Seehofer Wahlkampfauftritte. Die darauf folgende Niederlage der CDU beendete erstmal ihren weiteren politischen Aufstieg.


William und Harry sprechen über den Tod von Prinzessin Diana

Am 31. August jährt sich der Todestag von Lady Diana, der Prinzessin von Wales, zum 20. Mal. Die am meisten fotografierte Frau der Welt und von Millionen geliebte “Königin der Herzen” verstarb 1997 in einem tragischen Crash im Pariser Tunnel Pont de l’Alma, mit nur 36 Jahren. Menschen in Großbritannien und aus der ganzen Welt standen damals unter Schock. Die Bilder des Trauerzugs mit Dianas Sarg auf dem Weg vom Kensington Palace zu Trauergottesdienst in der Westminster Abbey haben sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Besonders bewegend sind auch heute noch die Bilder von Dianas jungen Söhnen, Prinz William und Prinz Harry, die damals nur 15 und 12 Jahre alt waren und diesen schweren Schicksalsschlag unter den Augen der Weltöffentlichkeit verkraften mussten.

Diana vor ihrem Tod

In einer bewegenden TV-Dokumentation äußern sich die beiden Prinzen nun mit einer nie dagewesen Offenheit über das letzte Telefonat mit ihrer Mutter und den Umgang mit ihrem Tod. Sie öffnen darin auch ihre privaten Fotoalben und geben eine weniger bekannte Seite vom Leben mit der Prinzessin von Wales als Mutter preis.

Bedauern über die letzten Worte

William, der Herzog von Cambridge und sein Bruder Prinz Harry haben beide ihr tiefes Bedauern darüber geäußert, dass das letzte Gespräch mit ihrer Mutter nur aus einem kurzen Anruf bestand und sie sich damals schnell verabschiedet haben, um weiter mit ihren Cousins spielen zu können.
An dem Tag von Dianas Tod hatten die Brüder laut William eine tolle Zeit mit ihren Cousins in Balmoral, einem schottischen Privatanwesen der Queen, wo sie ihre Ferien mit ihrem Vater Prinz Charles verbrachten.

In der Reportage über Diana, der Prinzessin von Wales, sprechen ihre Söhne aufrichtig über ihre Trauer, ihren Verlust und wie sie mit dem Schock über den frühzeitigen Tod ihrer Mutter umgegangen sind.

Darin erinnern sie auch an “die beste Mutter, die es je gegeben hat” und Prinz Harry fügt hinzu, dass Diana “alles, was sie tat, mit einem Hauch frischer Luft versah”.

William beschreibt, wie die Nachricht ihres Todes “das Haus wie ein Erdbeben erschütterte”. Sein Bruder gesteht, dass er seit dem Unglück nur zwei Mal geweint hat, das erste Mal bei ihrem Begräbnis auf der Insel Althorp, auf dem Grundstück von Dianas Familie, auf dem sie beerdigt wurde, “und danach wohl nur ein mal, da ist also noch viel Schmerz, der verarbeitet werden muss.”

“Harry und ich haben uns sehr damit beeilt, ihr “tschüss”, “bis später” und “wir gehen jetzt los” zu sagen… wenn ich gewusst hätte, was danach passieren würde, hätte ich sie nicht so schnell abgefertigt. Aber dieses Telefonat werde ich nie vergessen” erzählt William.

Harry gibt zu, dass er aufwuchs und dabei glaubte, “es sei normal, keine Mutter zu haben”. Er sagt, dass er die öffentliche Trauer nicht nachvollziehen konnte und sich dachte: “Wie kommt es, dass so viele Menschen, die meine Mutter nie persönlich gekannt haben, so offen um sie weinten und dabei mehr Emotionen zeigten, als ich in dem Moment spüren konnte?”

Diana liebte Spaß

Die Reportage zeigt auch eine leichtere Seite von Dianas Leben und beschreibt die Erinnerungen der Söhne an eine Mutter, die es offensichtlich liebte, zu Scherzen.

William erzählt, wie sie einst drei Model nach Hause einlud, um ihn zu überraschen. “Sie brachte es fertig, dass, als ich von der Schule heimkam, Cindy Crawford, Christy Turlington und Naomi Campbell am Ende der Treppe auf mich warteten. Ich war damals etwa 12 oder 13 Jahre alt und meine Wände waren mit Postern von Modells bedeckt. Ich wurde knallrot im Gesicht und wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich vermasselte es irgendwie und stolperte fast die Treppe hinauf auf meinem Weg nach oben. Ich war komplett in Ehrfurcht erstarrt”, erinnert er sich. “Das war ein denkwürdig amüsanter Moment, den ich niemals vergessen werde.”

Diana schenkte ihm ebenfalls die “unanständigsten” Karten, für die er sich vor seinen Klassenkameraden schämte.
Harry beschreibt sie als “durch und durch Kind geblieben”, mit dem Motto “du kannst so frech sein, wie du willst, aber lass dich dabei nicht erwischen”.
Ihre Mutter ist für die beiden sehr präsent. “Sie hat uns sehr viel mitgegeben. Sie hat uns das richtige Werkzeug mitgegeben und uns so gut wie sie konnte auf das Leben vorbereitet. Natürlich ohne zu wissen, was kommen würde.”, sagt William. Er behält die Erinnerung an “Großmutter Diana” für seine eigenen Kinder George und Charlotte aufrecht, indem er regelmäßig mit ihnen über sie redet.

Harry räumt seine Probleme, mit seiner Trauer umzugehen, ein. “Menschen gehen mit Trauer unterschiedlich um. Meine Weise, den Verlust zu bewältigen, bestand im Grunde darin, es alles zu verdrängen, es abzuspalten. Ich war 10 Jahre lang in der Armee, ich habe einfach meinen Kopf in den Sand gesteckt und es war nur wie… wie ein weißes Rauschen. Ich ging durch eine ganze Phase, in der ich versuchen musste, damit klar zu kommen.”

Für die Reportage offen über seine Mutter zu sprechen sei zuerst beängstigend gewesen, erschien dann aber als ein heilsamer Prozess, erklärte William den Journalisten vor der Aufnahme. Ihre Söhne hoffen, dass die Öffentlichkeit und insbesondere die jüngere Generation, die Diana nie gekannt hat, durch die Reportage an die Herzenswärme, den Humor und die Erfolge ihrer Mutter erinnert wird. Die Sendung beschreibt Dianas persönlichen Werdegang, ihre Kampagnen zur Unterstützung von Obdachlosen, von Menschen mit AIDS und zum Verbot von Landminen.

Blumenmeer zu Dianas Beerdigung

William unterstricht: “Wir werden so etwas nicht ein zweites Mal tun – wir werden nicht noch einmal so freizügig und öffentlich über sie sprechen, denn wir hoffen, dass dieser Film eine bisher unbekannte Perspektive vonseiten enger Familienfreunde darlegen wird, von denen, die sie am besten kannten und die ihre Erinnerung aufrechterhalten wollen und die Menschen daran erinnern möchten, was für ein Mensch sie war.”

Er fügt hinzu: “zwanzig Jahre danach hatten Harry und ich das Gefühl, es sei an der Zeit, etwas mehr über unsere Mutter preiszugeben.”

Die Reportage mit dem Titel “Diana, Our Mother: Her Life and Legacy “ wurde am 24. Juli auf dem britischen Fernsehsender ITV ausgestrahlt.

Für Deutschland hat sich der Sender NDR die exklusiven Rechte an dem Film gesichert. Die deutsche Version der Reportage wird im August in der ARD ausgestrahlt.


Die Zukunft der selbstfahrenden Autos in Deutschland

Selbstfahrende Autos als autonome Taxis und Shuttles hören sich nach weit entfernter Zukunftsmusik an, allerdings sind diese mit dem Beschluss des deutschen Bundestags und des Bundesrats im März und im Mai 2017 schon auf Deutschlands Straßen erlaubt. Die Gesetzesvorlage legt fest, dass in den hoch automatisierten Fahrzeugen immer noch ein Fahrer am Lenkrad sitzen muss und dieser jederzeit die Steuerung des Wagens übernehmen kann.

Im Falle eines Unfalls haftet der Hersteller, wenn der Wagen autonom unterwegs war und die Software ihre Aufgabe nicht bewältigen konnte. Der Fahrer haftet, wenn er der Aufforderung der Technik, einzugreifen und die Steuerung zu übernehmen, nicht nachgekommen ist. Damit solche Sachverhalte überhaupt festgestellt werden können, sind die Testmodelle für selbstfahrende Autos mit einer Black Box ausgestattet, die alle Vorgänge im Wagen aufzeichnet und sechs Monate lang speichert.

Das neue Gesetz dient zunächst vor allem den deutschen Autobauern wie Daimler, BMW und Audi, die zum Testen ihrer neuen Modelle nun nicht mehr nach beispielsweise Kalifornien ausweichen müssen. Wegen raschen Fortschritten in der Branche ist das Gesetz außerdem nur 2 Jahre lang gültig und soll danach ausgeweitet und den neuesten Entwicklungen angepasst werden.

Die Entscheidung ist durchaus auch wirtschaftlich motiviert, schließlich liefern sich derzeit Hersteller weltweit einen Wettlauf um das erste vollkommen autonome und zuverlässige Fahrzeug und für Deutschlands Wirtschaft sind die Exporte der Automobilindustrie von überragender Bedeutung. Die hiesige Mobilindustrie hat internationalen Rang und wurde zum Nachteil anderer Industriezweige wie dem Bau von Elektronikgeräten, also Fernsehern, Smartphones oder Laptops, welche heute hauptsächlich in Asien produziert werden, in Deutschland gestärkt. Im globalen Handel hat die deutsche Autoindustrie also ihren festen Platz und sollte mit Hinblick auf die Perspektive, dass ein Teil des herkömmlichen Automarkts wegfallen könnte darum bemüht sein, diese Rolle auch in Zukunft beizubehalten.

Sharing-Economy statt privater Autobesitz

Die Entwicklung vollständig autonom fahrender Autos, Lkws, landwirtschaftlicher Zugmaschinen und Militärfahrzeuge wird weltweit vorangetrieben. Ein Vorreiter der Branche ist der amerikanische Konzern Google, der seit Beginn der 2000er Jahre mit umfassenden Ressourcen die Entwicklung autonomer Fahrzeuge vorangetrieben und seit 2012 auf öffentlichen Straßen getestet hat. Ein Kooperationspartner von Google ist dabei der ebenfalls amerikanische Hersteller Tesla, welcher vor allem die Entwicklung emissionsloser Elektrofahrzeuge vorantreibt und derzeit auch fieberhaft an der Marktreife eines komplett autonomen Fahrzeuges arbeitet. Die Firma hat bereits angekündigt, dass alle neuen Fahrzeuge über die notwendige Technik verfügen werden und die Software analysiert und dazulernt, während der Mensch den Wagen fährt. Tesla plant, bis 2018 seine Produktion auf 500 000 Wagen pro Jahr zu erhöhen.
Der Fahrdienst Uber testet schon seit 2016 autonome Taxis des Herstellers Volvo in verschiedenen amerikanischen Städten.

Google Auto

Singapur nimmt ebenfalls einen Spitzenplatz in der Entwicklung und dem Testen von selbstfahrenden Autos ein. Autonome Taxis des Startups Nutonomy gehören dort schon zum städtischen Nahverkehr und der Stadtstaat baut das futuristische Angebot mit selbstfahrenden Touristenbussen, automatischen Shuttles für Gewerbeparks und LKWs ohne Fahrer weiter aus.

Das Konzept verspricht mehr Sicherheit, Mobilität im Alter und größere Effizienz. Wegen zu erwartender hoher Anschaffungskosten für autonome Fahrzeuge ist es durchaus denkbar, dass das derzeitige Modell des privaten Fahrzeugeigentums revolutioniert und im Sinne einer Sharing-Economy ausgerichtet wird. Anstatt den privaten Wagen z.B. für die Fahrt zum Arbeitsplatz 30 Minuten lang zu benutzen und ihn dann die folgenden 8 Stunden auf dem Parkplatz stehen zu lassen, könnten jedem Bürger die selbstfahrenden Autos eines Mobility-Unternehmens für eine monatliche Flatrate zur Verfügung stehen und bei Bedarf über eine App angefordert werden. Die selbstfahrende Flotte des Unternehmens würde nur wenige Minuten benötigen, um den Nutzer an seinem Standort zu erreichen und lange Fußwege und Wartezeiten wie im öffentlichen Verkehr vermeiden.

Autonomes Shuttle

Ländliche Gebiete mit einem wenig ausgebauten öffentlichen Verkehrssystem würden davon profitieren und alte oder behinderte Menschen hätten eine bessere Lebensqualität durch mehr Mobilität. Denkbar ist auch, dass autonome Fahrzeuge als “Zubringer auf Abruf” zu Hauptlinien des öffentlichen Verkehrs dienen und so abgelegene Standorte an das öffentliche Verkehrssystem anbinden. Die Berliner S-Bahn erwägt bereits solch automatische Zubringerbusse für Gebiete am Stadtrand, um die Fahrgäste zum Bahnhof zu transportieren. Des Weiteren haben vier europäische Städte bereits selbstfahrende Shuttles eingeführt, darunter Aalborg in Dänemark und Sitten in der Schweiz.

Aber gerade auch für verkehrstechnisch überlastete Städte wie Bangkok oder Jakarta könnten autonome Fahrzeuge die Lösung sein, da sie erstens im Idealfall auch emissionslos sein werden und zweitens durch ihr optimiertes Fahrverhalten Staus und Unfälle vermeiden und einen fließenden Verkehr gewährleisten.

Bei gemischtem Verkehr zwischen autonomen und von Menschen gesteuerten Fahrzeugen wäre ein eigener Korridor für autonome Fahrzeuge denkbar, einige Experten gehen aber davon aus, dass die zwei Systeme wie einst die Pferdekutsche und das Auto nicht erfolgreich co-existieren können. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel werden wir schon in 20 Jahren nur noch mit einer Sondererlaubnis ein Fahrzeug selber steuern dürfen, das behauptete die Kanzlerin jedenfalls auf einer kürzlichen Reise nach Argentinien. Diese Aussage bestätigt, was Hersteller und Verkehrsexperten glauben: die autonomen Fahrzeuge werden in Zukunft zur Pflicht.

Tesla mit Autopilot

Pioniere in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge wie Google räumen allerdings ein, dass die Technik noch bei weitem nicht 100% zuverlässig ist. Demnach haben die Google-Autos in der Praxis große Schwierigkeiten mit Ampeln, da diese manchmal von anderen Fahrzeugen verdeckt werden oder bei Gegenlicht schlecht erkannt werden können. Kreuzungen ohne Ampeln sind von den autonomen Fahrzeugen übrigens bisher auch nur schwer zu bewältigen. Fahrradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer, die abrupte Bewegungen durchführen, sind heikel. Außerdem orientieren sich die selbstfahrenden Wagen unter anderem an Fahrbahnmarkierungen. Fehlen diese oder sind sie nach einer Baustelle z.B. nur schlecht sichtbar, kann es passieren, dass die Google-Autos einfach perplex stehen bleiben.

Es ist gut denkbar, dass die bestehende Infrastruktur für einen durchweg autonomen Fahrbetrieb verbessert und optimal instand gehalten werden müsste.

Es gibt auch ethische Bedenken in den Fällen auswegloser Situationen, wenn ein autonomes Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wird, der nicht vermieden werden kann. Wenn z.B. plötzlich zwei mögliche Ausweichpisten von verschiedenen Personen versperrt werden und die Software im Wagen innerhalb weniger Millisekunden darüber entscheiden muss, welche Richtung gewählt wird und welcher Verkehrsteilnehmer somit gefährdet wird.

Modell von Mercedes

Versicherungen wird sicher auch die Frage interessieren, wer in diesem Fall für einen Personenschaden verantwortlich ist, der Programmierer, der Hersteller oder der Insasse des autonomen Wagens?


Cannabis als Medizin in Deutschland

Cannabis als Nutzpflanze

Hanf oder Cannabis sativa ist eine traditionsreiche Nutzpflanze, die ursprünglich aus Zentralasien stammt und seit Jahrtausenden in zahlreichen Gegenden der Welt angebaut und konsumiert wird. Hanffasern wurden auch in Europa genutzt, um Seile und Stoff herzustellen und die holzigen Pflanzenteile fanden Verwendung als Streu für Nutztiere, Baumaterial und Brennstoff.
Hanfsamen sind eine ausgezeichnete Nahrungsquelle, sie enthalten wertvolle Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren in einem besonders günstigen Verhältnis von 1:3.

Aus den Samen wird seit einiger Zeit auch Hanfprotein als Nahrungsergänzungsmittel gewonnen. Das grünliche Pulver enthält alle essenziellen Aminosäuren und ist daher ein kompletter Ersatz für tierisches Eiweiß. Hanfprotein erfreut sich bei Athleten sowie Veganern und Vegetariern großer Beliebtheit.

Cannabis als Rauschmittel

Cannabis hat ebenfalls eine lange Geschichte als Rauschmittel. Bestimmte Gattungen der Pflanze enthalten ausreichend große Mengen des psychoaktiv wirkenden Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC), welches entspannend und sedierend auf das zentrale Nervensystem wirkt. Die weiblichen Blüten Pflanze wurden daher in verschiedenen Kulturen geraucht oder verzehrt und als Heilmittel verwendet. Die ältesten Belege zum Konsum von Cannabis stammen aus chinesischen Grabbeilagen und in Indien ist die Nutzung von Cannabis für medizinische und rituelle Zwecke in 2400 Jahre alten Schriften dokumentiert.

In Deutschland ist Haschisch oder Marihuana die am häufigsten konsumierte illegale Droge und Kiffen wird oft als harmlos eingestuft, obwohl der dauerhafte Konsum sehr wohl zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen und die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Starke Dosen von THC können vorübergehende Psychosen auslösen, die sich durch Halluzinationen, ein gestörtes Ich-Gefühl (Depersonalisierung) und Orientierungslosigkeit äußern. Bei Langzeitkonsumenten von Cannabis als Rauschmittel stellt sich oft ein Rückzug aus dem Alltag ein, was mit fehlender Motivation zur Bewältigung von Alltagsaufgaben einhergeht. Das Suchtpotenzial von THC ist allerdings geringer als das von legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin.

Cannabis als Medikament

Bereits in der Epoche der ersten Kreuzzüge wurde Cannabis als Heilmittel nach Europa gebracht und hierzulande bei verschiedene Leiden eingesetzt. Wegen seiner schmerzlindernden und entspannenden Wirkung fand Cannabis Verwendung bei Arthritis, Migräne, Schlafstörungen, Epilepsie und bronchialen Erkrankungen. Medikamente aus Cannabis waren im 19. Jahrhundert in den USA die am häufigsten verwendeten Schmerzmittel, bis sie von neu entwickelten synthetischen Medikamenten mit klar vorhersehbaren Wirkungen abgelöst wurden. Die Forschung verlor gänzlich das Interesse an der medizinischen Nutzung von Cannabis und im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Cannabis den Opiaten gleichgestellt und weltweit fast komplett verboten. Durch diese Kriminalisierung wurde Cannabis mit dem illegalen Drogenschwarzmarkt verknüpft, was die Position von Cannabis als Einstiegsdroge ermöglichte.

In der Gegenwart sind Wirkstoffe von Cannabis, insbesondere Cannabidiol (CBD), wieder in einigen westlichen Ländern als Medizin zugelassen, darunter in Tschechien, in weiten Teilen der USA sowie seit 2017 auch in Deutschland und Polen. In den USA wird Cannabis bei bestimmten Erkrankungen wie Muskelkrämpfen, Asthma, grüner Star und Depressionen verschrieben. Der Medikamentenverbrauch zur herkömmlichen Behandlung dieser Leiden wurde nachweislich reduziert und tödliche Überdosierungen von den als Schmerzmitteln eingesetzten Opioiden wurden ebenfalls reduziert.

Neuland für Ärzte

Nach jahrelangen Debatten ist Cannabis für Schwerkranke nun auch vom deutschen Bundestag genehmigt worden. Bisher galt eine Sondergenehmigung, mit der Schwerkranke Cannabisblüten und Cannabis-Extrakt auf eigene Kosten erwerben konnten. Nun soll Cannabis wie jedes andere verschreibungspflichtige Medikament von den Krankenkassen übernommen werden. In den Apotheken sind drei verschiedene Präparate auf Rezept erhältlich; ein aus Cannabis-Harz hergestelltes Öl zur äußeren Anwendung, THC-haltige Kapseln zum Schlucken sowie ein Spray, das über den Mund eingenommen wird. Die Medikamente stammen aus den Niederlanden und Kanada und sind zur Behandlung von schweren Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Epilepsie vorgesehen. Jedoch ist im Gegensatz zur USA die Verschreibung von Cannabis auf keine bestimmten Erkrankungen festgelegt. Ein wichtiger Faktor zur Freigabe von Cannabis war ebenfalls die in Studien beobachtete positive Wirkung bei Krebspatienten. So zeigten sich bei der Gabe von THC während der Krebstherapie positive Effekte wie geringere Gewichtsabnahme sowie weniger Übelkeit und Erbrechen. Laut neuesten Studien wird das Wachstum von Krebszellen durch Cannabinoide direkt gehemmt.

Schwerkranke haben das Cannabis-Gesetz lange erwartet, allerdings verläuft die Umsetzung in Realität noch nicht reibungslos. Laut dem Gesetz kann die Verschreibung mit Kostenübernahme durch die Krankenkassen nur mit einer Sondergenehmigung vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfolgen, wenn herkömmliche Behandlungsmethoden ausgeschöpft wurden. Allerdings entscheidet letztendlich der behandelnde Arzt im Rahmen der Therapiefreiheit über die Verordnung von Cannabis. Wegen fehlender Erfahrung zu möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel und Psychosen sowie den relativ hohen Kosten für die Medikamente innerhalb des festgelegten Praxisbudgets zögern allerdings viele niedergelassene Ärzte mit der Ausstellung von Rezepten. Falls eine Verschreibung mit Kostenübernahme durch die Krankenkassen vorliegt, muss diese ebenfalls von der Krankenkasse abgesegnet werden. Die Krankenkassen haben dazu 5 Wochen Zeit und im Falle einer Verschreibung von Cannabis zur Palliativversorgung beträgt diese Frist nur 3 Tage. Eine eventuelle Ablehnung der Kostenübernahme muss dann sehr gut begründet werden.

Wem die Stellung eines Sonderantrags beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zu aufwendig ist oder wenn die Krankenkasse sich querstellt, kann immerhin die Kosten für Cannabis als Medikament selbst übernehmen und es so nur mit einem Rezept vom Arzt in der Apotheke erwerben. Die Behandlungskosten belaufen sich im Durchschnitt auf 540 Euro monatlich. Seit der Einführung des neuen Gesetzes zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen haben sich die Preise für Cannabis in deutschen Apotheken allerdings verdoppelt, was teilweise mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand aufgrund der Sondergenehmigung begründet wird.

Gleichzeitig sind die behandelnden Ärzte zu einer Datenübermittlung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet. Diese erfolgt ein Jahr nach Behandlungsbeginn und befragt die Patienten zur Wirksamkeit der Cannabis-Therapie. Das Ziel dieser Datenerhebung ist es, die Wirksamkeit besser zu erforschen und darüber zu entscheiden, ob Cannabis in Zukunft als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen zugelassen werden soll.

Eine weitere bedeutende Hürde zur Nutzung von Cannabis als Medikament ist möglicherweise einer der Gründe, weshalb Cannabis als Medizin einst von den synthetischen Mitteln der Pharmaindustrie verdrängt wurde – die Wirkung ist oft unvorhersehbar und nicht bei allen Patienten gleich. Hohe Dosen THC können Angstzustände und vorübergehende Psychosen auslösen. Welcher Patient empfindlich auf Cannabis reagiert, kann natürlich vorher nicht eingeschätzt werden – daher müssten sich unerfahrene Ärzte und Patienten vorsichtig an das neue Mittel herantasten und eventuell nicht allzu große Erwartungen an das Heilmittel stellen.


So arbeitet das Löschteam von Facebook in Berlin

Stellen Sie sich vor, Sie gingen jeden Tag zur Arbeit und Ihre Aufgabe bestünde darin, sich endlos Bilder und Videos mit verstörenden Inhalten wie Kindesmissbrauch, Drogenkonsum, Tierquälerei oder Selbstverletzung anzusehen.

Genau das tun weltweit etwa 4500 Personen, die auf Facebook veröffentlichte Texte, Fotos und Videos auf strafbare Inhalte oder solche, die gegen die Regeln des Netzwerks verstoßen, kontrollieren und aus dem sozialen Netzwerk löschen. Alles, was den Nutzerbedingungen zum Veröffentlichen von Inhalten nicht entspricht, also Nacktheit, Pornographie, Mobbing, Hasskommentare, Gewalt usw, wird einzeln gesichtet und gelöscht, wenn Nutzer die Inhalte als nicht zulässig gemeldet haben. Facebook möchte damit sicherstellen, dass es eine ansprechende, sichere und saubere Plattform für den sozialen Austausch unter Freunden und Gleichgesinnten bleibt. So werden, den internen Löschvorgaben entsprechend, Aufnahmen weiblicher Nippel gelöscht, tiefe Fleischwunden oder Blutlachen hingegen sind ok und Marihuana darf ebenfalls gezeigt werden.

Auch in Berlin arbeiten die sogenannten Facebook-Kontrolleure. Dort betreibt die Dienstleistungsfirma Arvato im Schichtbetrieb ein Löschzentrum mit 650 Mitarbeitern und diese Zahl könnte noch ansteigen, denn laut dem neuen “Facebook-Gesetz” sind die sozialen Netzwerke dazu verpflichtet, Nutzerbeiträge mit strafbaren Inhalten innerhalb von 24 Stunden und Beiträge mit rechtswidrigen Inhalten innerhalb von sieben Tagen unter Androhung einer satten Geldstrafe zu löschen oder unzugänglich zu machen. Der Gesetzgeber reagierte damit jüngst auf weit verbreitete Hasskommentare und Verleumdungen via Facebook und Twitter.

Facebook Headquarter

Vor einigen Monaten hat Facebook bekanntgegeben, dass es weltweit zusätzlich 3000 Personen zum Löschen von als unangebracht gemeldeten Videos einstellen wird. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kommentierte dazu, dass jüngste Vorfälle mit Videomaterial wie in jenem, in dem ein Mann sich und seine 11 Monate alte Tochter in Thailand umgebracht hat, “niederschmetternd” seien und das Unternehmen an einem System arbeitet, mit dem Videos mit unangemessenen Inhalten sicher erkannt und schneller entfernt werden. Dazu gehört auch das sofortige Eingreifen, wenn ein Nutzer z.B. auf Facebook-Live die Absicht kundtut, sich das Leben zu nehmen.

Zuckerberg fügte hinzu, dass Facebook bereits mit örtlichen Gruppen des sozialen Netzwerks und der Polizei zusammenarbeitet, um Personen zu helfen, die in einem Post ihre Absicht, sich selbst oder andere zu verletzen, geäußert haben. In Zukunft sollen noch bessere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, in dem regelwidrige Posts noch einfacher gemeldet werden können, die Mitarbeiter im Löschteam fragwürdige Inhalte noch schneller sichten können und noch einfacher die Polizei verständigen, falls jemand Hilfe benötigt. Damit soll die Facebook-Gemeinschaft sicherer werden. Wie die verbesserten Sicherheitsmaßnahmen jedoch im Detail aussehen werden, wurde nicht näher beschrieben.

Für die 2 Milliarden Facebook-Nutzer sind die angekündigten Sicherheitsvorkehrungen eher gute Nachrichten, schließlich möchte niemand, während er sich Fotos vom Junggesellenabschied seines Cousins ansieht oder über einen Artikel aus der Süddeutschen streitet, über ein Zeugnis der Abgründe der menschlichen Psyche stolpern. Aber wie steht es um die bald 7500 Facebook-Kontrolleure, von denen der Großteil im kostengünstigen und wenig reglementierten Südostasien angesiedelt ist und die sich auf der Suche nach gefährlichen Inhalten durch unzählige Live-Videos und aufgezeichnete Videos kämpfen müssen?

Millionen unzulässiger Posts jeden Tag

Die psychologische Belastung, die beim Sichten solcher Inhalte entsteht, ist unumstritten. Viele Mitarbeiter verlassen den Job nach kurzer Zeit wieder. Nach der Sichtung von traumatisierenden Inhalten wie Kinderpornografie oder Bestialität benötigen Löschteam-Mitarbeiter mitunter Therapie. Auch beim Tech-Giganten Google werden Mitarbeiter beschäftigt, welche die dunkle Seite des Internets durchforsten. Ein ehemaliger Google-Angestellter aus den USA berichtet, wie er täglich etwa 15 000 Bilder auf Google-Plattformen sichten musste und ihm keinerlei psychologische Unterstützung gewährt wurde. Nach neun Monaten wurden ihm klar, dass er therapeutische Hilfe benötigte, um das Gesehene zu verarbeiten. Google bezahlte ihm eine Therapiesitzung mit einem staatlich zugelassenen Therapeuten und ermutigte ihn, nach Beendigung des auf 12 Monate befristeten Arbeitsverhältnisses auf eigene Rechnung Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gegen die Dienstleistungsfirma Arvato in Berlin hatten in der Vergangenheit ebenfalls Mitarbeiter wegen ungenügender psychologischer Betreuung Vorwürfe erhoben. Das Landesamt Berlin für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit ist den Beschwerden einzelner Mitarbeiter nachgegangen und der Arbeitgeber Arvato hat das psychologische Betreuungsangebot daraufhin noch weiter ausgebaut. Arvato hat bei einem Treffen mit Journalisten auch einen Einblick in den Arbeitsalltag im Löschzentrum gewährt. Neue Mitarbeiter werden demzufolge mit erfahrenen Kollegen an die Bearbeitung von besonders heftigen oder gewalttätigen Inhalten herangeführt. Möchte sich ein Mitarbeiter dem nicht mehr aussetzen, so kann er auch in einem anderen, weniger belastenden Tätigkeitsbereich wie etwa dem Aufspüren von Fake-Profilen, eingesetzt werden.

Arvato gehört Bertelsmann

Ob sich an der Notwendigkeit, dass sich tausende Menschen unaufhörlich verstörende Inhalte ansehen müssen, in Zukunft etwas ändern wird, ist noch vollkommen unklar. Heute müssen normale Facebook-Nutzer erst einen Inhalt melden, damit ein Mitarbeiter ihn anschaut und darüber entscheidet, ob der Inhalt gelöscht wird und ob weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Das bedeutet, mindestens zwei Personen müssen sich das abscheuliche Video ansehen, bevor es entfernt wird. Durch eine höhere Anzahl von Kontrolleuren werden wahrscheinlich weniger Menschen aus der breiten Öffentlichkeit ein traumatisierendes Video zu Gesicht bekommen, die Frage der Gefährdung der psychischen Gesundheit tausender Löschteam-Mitarbeiter wird dadurch aber nicht beantwortet. Und durch mehr Personal zur Überprüfung von Inhalten wird es schließlich auch nicht weniger Menschen geben, die diese Inhalte ins Netz stellen.

Vielleicht wird Facebook in Zukunft automatische Programme entwickeln, die feststellen können, was in einem Video abläuft und was darin gesagt wird oder sogar ein beleidigendes Post löschen, bevor ein anderer Nutzer es zu Gesicht bekommt. Allerdings könnten darin auch einige Tücken enthalten sein. Letztes Jahr entließ Facebook alle Autoren der Nachrichten-Rubrik seiner Homepage, weil es der Meinung war, die Angestellten durch ein System künstlicher Intelligenz ersetzen zu können, welches neue Inhalte ohne menschliche Überprüfung sucht und veröffentlicht. Das Ergebnis: innerhalb weniger Tage war die Nachrichten-Rubrik mit Fake News überschwemmt.

Zuckerberg möchte 3000 neue Kontrolleure einstellen

Abschließend genügt der Hinweis, dass Facebook in der Erforschung und Anwendung von künstlicher Intelligenz führend ist. Denn das heißt, das Versagen von Facebooks Algorithmen beim Erkennen von schriftlichen Informationen mag gleichwohl bedeuten, dass es bis zur Entwicklung eines Programmes, welches den Inhalt eines Live-Videos versteht, noch eine Weile dauern wird. Verschiedene Software-Unternehmen arbeiten an solchen Möglichkeiten, aber selbst die Analyse eines aufgenommenen Videos ist bisher eine Herausforderung. Vorauszusehen, was in einem Live-Video geschehen wird und die rechnerische Leistung dazu für Millionen von Videos am Tag aufzubringen wird sogar für einen Mega-Konzern wie Facebook eine schwierige Aufgabe werden.